Working Women Wohnhaus | MA50 Wohnbauforschung

Vor knapp 100 Jahren entwickelte die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky den Prototyp einer „Wohnung für die berufstätige Frau“; dies war ihr Beitrag zu der architektonischen Frage, wie eine Wohnung für geringverdienende, alleinstehende Frauen leistbar sein kann.

Heute hat sich die prekäre Situation von Frauen verändert, aber nicht verringert. Die durch die Frauenbewegungen errungene Selbstbestimmtheit hat immer noch oft einen hohen Preis: Eine große Zahl an alleinwohnenden und/oder alleinerziehenden Frauen sind arm oder armutsgefährdet oder leben in prekären Umständen, d.h. in existenziell unsicheren Arbeits- und/oder Wohnverhältnissen. Sie sind meist arm trotz Arbeit („working poor“). Auch heute noch sind die Wohn- und Lebensumstände von Frauen durch gesellschaftliche Machtverhältnisse geprägt.

Ein Jahrhundert nach dem Beginn der bis heute beispielgebenden Errungenschaften des Roten Wien sowie nach Jahrzehnten der Frauenbewegung und Emanzipationsgeschichte ist das Ziel dieser Studie nach Alternativen zu paternalistischen Wohnversorgungsmodellen darzustellen. Dabei wird Wohnen im Folgenden verstanden in einem erweiterten Sinn: als ein Wohnen, das nicht nur leistbar ist, sondern auch Teilhabe in der Gesellschaft ermöglicht – ohne dabei Neu-Angekommene und Eingesessene gegeneinander auszuspielen, und ohne im Maßstab eines “Existenz-Minimums” zu planen, das nur ein „Dach über dem Kopf“ wäre.

Die Studie widmet sich in ihrem ersten Teil dem Verstehen der heutigen Wohnsituation und greift auf auf das Wissen von betroffenen Frauen selbst bzw. sie unterstützender Organisationen zurück. Der zweite Teil gilt der Konzeption prototypischer Wohn-Arbeitsräume für die 2020er Jahre mit dem Arbeitstitel (in Anlehnung an Schütte-Lihotzkys Typologie-Studien) „Wohnhaus für Working Women“.

Forschung und Pilot-Projekt Studie
Wohnbau für Frauen in Prekarität

Im Auftrag der MA50 Wohnbauforschung

Team Gabu Heindl Architektur Gabu Heindl, Lisa Schönböck, Stana Marjanovic, Hannah Niemand

Mit Sarah Kumnig

In Kooperation mit MA57, FSW, housing first, HOPE Austria, u.a.

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