Verfolgt. Verlobt. Verheiratet. Scheinehen ins Exil

Ausstellung im Jüdischen Museum Wien
Ausstellungsarchitektur

In verschiedenen räumlichen Ebenen werden die Biografien von dreizehn Frauen aus Wien erzählt, die Zahl steht repräsentativ für eine Dunkelziffer: für all jene während der NS-Zeit verfolgte Frauen, die eine Scheinehe als Überlebensstrategie eingingen. So ist die Ausstellung ist in jedem Raum rund um eine leere Mitte angeordnet.
Die jeweils einzelne Geschichte wird durch ein Portrait der Frau und ihre Fluchtroute auf papierenen Schichten, sowie durch persönliche Gegenstände, Dokumente, Videos und Interviews auf je drei überlappenden Tischen aus dünnem Aluminium dargestellt. Diese Überschneidungen beziehen sich auf die Fragilität und Verflechtung der drei Lebensabschnitte vor, während und nach der Scheinehe. Auch die dementsprechenden verschiedenen Namen jeder einzelnen Frau zeugen von der Zeit ihrer Verfolgung, der Zeit im Exil, und – so sie sich mit der Scheinehe retten konnte – von der Zeit nach der Ehe.
Die Wände der Ausstellungsräume, vor denen all die Biografien – von Studentinnen, politische Aktivistinnen, Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Tänzerinnen – Platz finden, sind Träger der Themen, die für viele der Frauen Relevanz hatten. Die Themen, wie die Angst vor Missbrauch und Denunziation oder die Frage nach Bezahlung, sind oft unausgesprochen geblieben und befinden sich daher zwischen den vor den Wänden verorteten Biografien.

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AuftraggeberInnen
Jüdisches Museum Wien

Planungszeit
2017/2018

Realisierung
Mai 2018

KuratorInnen
Sabine Bergler, Irene Messinger

Planungsteam
Gabu Heindl, Hannah Niemand

Fotos
Ouriel Morgensztern, Wulz.cc, GABU Heindl Architektur